LOGO Göpfert extrem biking and more 5x102 Die Berichte
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Der Erlebnisbericht 1999

Sechs Radsportler fuhren NONSTOP durch Deutschland. Mit eiserner Willensstärke meisterten die sechs glatiatoren die 1070 km von Flensburg nach Garmisch Partenkirchen in einer Zeit von 46 Stunden und 18 Minuten. Mit dieser Glanztat ist die deutsche Radsportszene um ein Ereignis reicher geworden. Weiterhin ist dieses Rennen der Auftakt zu einer Spendenaktion für den 16-jährigen Radsportler aus Vöhringen, der seit einem Radunfall im Frühjahr querschnittgelämt ist.

“Immer genug Luft im Reifen”, wünschte am Freitag vormittag der Vorsitzende des Sportausschusses, Gerhard maas, bei der Verabschiedung vor dem Rathaus in Flensburg den sechs Radsportlern zu ihrem “Millennium Race 99”. Um Freitag abend um 21:10 Uhr sind dann die 6 Ausdauer-Enthusisasten Dieter Göpfert (Organisator), Bernd Paul, Michael Wöhning, Jacek Zmuda, Günter Ivan und Erwin Porzner zu ihrer Fahrt ins Ungewisse aufgebrochen. Für jede Minute die das Team eher in Garmisch ankommt hat der Abtswinder Kräuter-Teeladen 5,-- DM ausgeschrieben welche in die Spendenkasse fliesen werden. Jedoch mußten die 6 Ritter der Landstraße im Harz feststellen, daß die Zeitvorgabe von 48 Stunden recht eng geschnürt ist. Unvorhergesehene Ereignisse wie Baustellen-Umleitungen, technische Pannen, Unfälle und sogar der Wetterumschwung bei Augsburg zehren an den Kräften und Nerven aller Beteiligten.

Eine Radfahrerweisheit besagt, daß ein Rennen in den Bergen entschieden wird. Der Gewaltritt durch Deutschland scheint dies auf der ersten Strekcenhälfte zu wiederlegen. In Bebra, dem geographischen Mittelpunkt der Republik, wo bei 540 km auch für die Rennfahrer halbzeit ist, zeigt sich, daß die bisherige “Flachetappe” von Flensburg über Kiel, Bad Segeberg, Lüneburg, Ülzen, Braunschweig, Salzgitter, Seesen, Northeim, Göttingen, Eschwege und Sontra mindestens ebenso viele Körner kostet, wie der zweite kraftraubende Tourabschnitt. Trotz Sommerwetter und Rückenwind war das Pedalieren in Norddeutschland nicht minder anstrengend. Kurz vor Seesen wurden die Sechs von Ihrem sportlichen Leiter Wolfgang Weiß in die Mangel genommen. “Jungs wenn Ihr die 48 Stunden unterbieten wollt, müßt Ihr euch langsam aber sicher etwas einfallen lassen.” Dies nahmen sich alle zu Herzen und fuhren was das Zeug hielt.

Tohuwabohu auf Schleswig-Hollsteins Straßen. ehe man sich versieht landete der Marathon-Tross auf der Autobahn. Mit Blaulicht nähert sich die Polizei, rast aber, unterwegs zu einem anderen Einsatz, an den Radlern vorbei. nach zwei Kilometern nehmen sie die nächste Ausfahrt. Alles nochmal gut gegangen. Dann die erste Panne: Das Rad von Jacek Zmuda lehnt bei einer Rast am Transporter vom Abtswinder-Kräuter-Teelanden. Beim Anfahren wird es übersehen und überrollt. Für die Reparaturmußte das Ersatzrad von Dieter Göpfert herhalten. Die Reparatur dauerte ca. 1 Stunde. Bis Bebra sitzen die Sechs mittlerweile 24 Stunden im Sattel.

Bei ihrem Parforceritt durch die Rhön über Bad Hersfeld, Fulda, Bad Brückenau, Hammelburg, Arnstein nach Würzburg holten die Sechs Ihren Zeitvorsprung wieder heraus. “Auf der Strecke zwischen Würzburg und Ochsenfurt fuhren wir wie im Trance”, sagte der Organisator Dieter Göpfert. Selbst der erfahrene Wiesenbronner Rennfahrer und Rekordhalter vom Schwanberg Bernd Paul mußte bis zu diesem Zeitpunkt Tribut zahlen. Mittlerweile hat man die zweite nacht hinter sich. Am schlimmsten ist der Kampf mit der Müdigkeit. Joachim Porzelt und seine Ochsenfurter Radgruppe leisteten den Extremsportlern seelischen und moralischen Beistand auf der B 13 bis Ansbach. Joachim hat gesagt, heute haben wir die chance einmal vor Dieter göpfert am Berg anzukommen. Diese Begleitung tat aber den 6 Radsportlern gut. Endlich einmal neue Gesichter um einen herum.

Schon vor Ansbach wurden sie von Radsportlern der RSG Ansbach übernommen. und auf den Marktplatz geleitet. Dort wurden die Wagemutigen über den Ansbacher Karlsplatz zur Massagepraxis von Eugen Zander geleitet, wie sie mit großem Hallo und reich gedecktem Frühstückstisch empfangen wurden. Selbst der Präsident vom Bayrischen Radsportverband, Frak Badenhop nebst Gattin, ist zur Begrüßung erschienen. In der Praxis wurden die Waden wieder weich geknetet, eine Labsal ist das Entmüdungsbecken, duftender Kaffee frische Brötchen und Nudelauflauf erwartete hier die Sportler. Dieser empfang tag der geschnundenen Radler-Seele gut.
Ab hier wurden sie von ca. 15 Ansbachern begleitet. Mit Volldampf fuhr man nach Wassertrüdigen. Danach kam der 2. Kampf mit der Müdigkeit. Die Strecke führt über Donauwörth nach Augsburg. In Augsburg kam der Wetterumschwung. Es regnete wie aus Eimern, und dieses Wetter hielt bis Garmisch an.

 Im strömenden Regen verirrt sich der Konvoi hinter dem Führungsfahrzeug auf der Schnellstraße. Auch an der Navigationscrew um Rennleiter Wolfgang Weiß (Organisator Mittelfranken-Cup) sind die Anstrengungen der letzten Stunden nicht spurlos vorüber gegangen. Der Verkehrsfunk in Bayern3 meldet: “Vorsicht! Radfahrer auf der Autobahn.” Mit Hilfe eines herbeigerufenen Streifenwagens werden die Radler sicher nach Landsberg am Lech geleitet. Über die “Romantische Straße” geht´s hinunter nach Schongau. Hier wurden sie von einer Radgruppe vom TSV Partenkirchen übernommen. Etwa 15 Kilometer vor dem Ziel stürten die beiden Ansbacher in einem Tunnel. Trotz schmerzhafter Prellungen und Schürfwunden setzen sie die Fahrt fort. Auf den letzten 8 Kilometern werdne sie von einem Polizeimotorad nach Garmisch-Partenkirchen eskortiert. Eine Delegation aus Abtswind nebst Weinprinzessin haben die Sechs auf dem Marktplatz empfangen. Nachdem der Bürgermeister die Radsportler in Empfang genommen hat, wurden sie von der Stadt zu einem Essen eingeladen.

Das sie das Zeitlimit unterbieten konnten, freut alle Teammitglieder besonders. So konnte man der Stadt Garmisch einen Geldbetrag von 600,-- DM für die Hochwasseropfer überreichen. Auch der Nudelverkauf vom Abtswinder-Kräuter-Teeladen-Sportsteam währender Fahrt hat sich gelohnt, und somit freut sich bestimmt auch der verunglückte Radsportler über einem Geldbetrag. Dieses Geld benötigt die Familie für den Umbau des Hauses.

RACE ACROSS GERMANY 2000

Erlebnisbericht eines Teilnehmers

“In 10 km fängt es an zu regnen”, ruft Dieter durch die Gruppe, wir sind vor Göttingen, bei ca. 450 km. Vor lang andauerndem Regen habe ich Angst. Einige Mitfahrer haben seit der Abfahrt gestern um 11:00 Uhr in Flensburg über Handy zuhause angerufen, die Auskünfte sind nicht ermutigend. In West- und Süddeutschland regnet es ausdauernd.
Wir haben bisher Glück gehabt. In Schleswig-Holstein schien teilweise die Sonne. Bei Schiebewind erreichten wir einen Schnitt über 30 km/h, trotz der nervenden Kiel-Durchfahrt. Viele auf Autoverkehr ausgerichteten Ampeln, Baustellen und Umleitungen, einmal hatte sich der Tross verfahren und musste umkehren. Ich hatte das Gefühl, dass wir 1 Stunde nur für Kiel benötigt haben.

Die Gruppe ist 17 Fahrer groß, einige Fahrer sind sehr stark, sie könnten sicher schneller fahren. Wir hatten im Vorfeld der Fahrt vereinbart, dass die Gruppe auf die schwächeren Fahrer wie mich Rücksicht nimt, damit alle die Chance haben in Garmisch anzukommen. Zum Glück erinnert Dieter, der Organisator, an diese Vereinbarung und sorgt dafür, dass noch etwas Tempo reduziert wurde. Die Gefahr am Anfang der tour ist natürlich, dass man in der Euphorie zu schnell fährt und dem später Tribut zollt. So sollte es denn auch kommen.

Irgendwo vor Kiel verlassen wir die B76 und fahren Nebenstraßen. Nach 130 km erreichten wir Bad Segeberg, dort hat der Sponsor “Süße Wolf” aus Altenschönfeld eine Verpflegungsstelle vor dem MAGNET-Markt organisiert.

Tatsächlich fängt es bei Göttingen an zu regnen, wir haben schon vorher Regenkleidung angezogen. Beim nächsten Halt in Bad Sooden-Allendorf ziehe ich auch noch die Überschuhe an, so schaffe ich unter den Sachen ein feuchtwarmes Kleinklima. Das Wasser kommt von unten und oben. Dieter sagt ich soll trotzdem Windschatten fahren, jetzt kommt es auch noch von vorne.

Was kann alles passieren und zum Abbruch führen! In der dritten Pause bei Gifhorn fuhren wir auf einen Waldparkplatz und vermasselten mit unserem Tross einigen Prostituierten das “Geschäft”. Worauf eine Dame wütend mit ihrem “Wohnmobil” den Parkplatz verliess, dabei fasst mein Rad und Tasche überrollte. Einer unserer Betreuer drohte ihr, sie aus dem Auto zu holen. Ich konnte zum Glück Rad und Tasche retten.

Horst bekommt schon bei Braunschweig Probleme mit Übelkeit, ebenso Marc. Meldung des Streckenchefs Wolfgang Weiss, dass er sich Sorgen um die beiden macht. Ich bekomme eine Krise nach 400 km. Wegen des Zwischenfalls mit der Verbrennung der linken Hand fehlt mir eine Pause. Ich konnte nichts in Ruhe essen und trinken und vergaß auch noch etwas einzustecken, bekomme allerdings schnell etwas aus dem Führungsfahrzeug. Die Jungs sind unheimlich hilfsbereit und freundlich. Ich kämpfe mit leichter Übelkeit, zwinge mich aber zu essen, denn sonst käme das Aus sehr bald. Nach 3 - 4 Stunden vor Bad Hersfeld geht es mir langsam besser. Kann sein, dass ich auf die besseren Fahrer wirke als einer, der sich nur hinten reinsetzt. Pardon, ich bin nicht so stark und froh meine Krise zu überwinden.

In Bad Hersfeld können wir duschen, umziehen, essen. Ich dusche nicht, habe kaum noch Sachen zum umziehen, alles nass, beneide die Teilnehmer, die private Begleitung oder mehr als eine Tasche haben. Teilweise muss ich die nassen Sachen wieder drüberziehen, zum Glück hört es dann auf zu regnen. Das Essen irritiert mich, Schweinebraten mit Brokkoli, Kartoffeln zur Frühstückszeit. Unser italienischer Begleitkoch im Wohnmobil macht auch schöne Sachen.

Hinter Fulda geht´s in die Rhön. Nach einer der ersten Steigungen noch ein Halt zum Umziehen. Ich habe nichts mehr zum Umziehen, aber die Sachen trocknen langsam am Körper. Die Steigungen in der Rhön liegen mir, es geht mir auch wieder besser. Ich fahre trotzdem kraftschonend, den kleinsten Gang, versuche locker zu bleiben. Es soll jemanden geben, der sich an Steigungen vom Begleitfahrzeug hat ziehen lassen. In meiner Nähe sind meist Dr. Kranz, Jürgen, Karl-Heinz und Hans. Dieter ist sauer, dass wir vorfahren. wir sind aber nicht vorne, andere sind weiter vor. Vielleicht waren wir auch etwas zusehr motiviert durch den 2000-Watt-Lautsprecherwagen, der uns durch die Rhön begleitet, u.a. mit Hardrock den ich mir gewünscht hatte.

Was Dieter der Organisator leistet ist schon toll. Nicht nur, dass er selbst fährt, er arbeitet auch noch viel in der Führung und kümmert sich mit um die Organisation, was Vorfahren zum Pace-Car und Zurückfallenlassen zu den Begleitfahrzeugen erfordert.

In Bad Brückenau gibt es süßen Reis mit Obstsalat, himmlisch. Ich ziehe jetzt endgültig die Regenhose aus, sie trieft innen vom Schwitzwasser. Vor Würzburg geht´s erst am Flüsschen Sinn, dann über Gemünden und Karlstadt am Main entlang. Wir können locker fahren, etwas quatschen. Ich fahre mit Andreas, ein netter Kerl. Er ist nicht sehr groß, tritt wie eine Nähmaschine und wirkt lustig, fidel und fit. Aber er ist erst 21 jahre alt, vielleicht noch zu unerfahren, später kriegt er Probleme. Wahrscheinlich hat er zuwenig getrunken und gegessen. Es ist ja unglaublich was man bei so einer tour isst und trinkt. Ich kann nur schätzen, dass ich ca. 20 Liter getrunken habe, Isodrink, Apfelsaftschorle, Cola, Tee, Kaffee. Gegessen habe ich 20 Bananen, vielleicht 30 Riegel, einige Male Nudeln, Reis, Apfel- und Kiwistücke, Kuchen, Brote.

In Würzburg verwöhnt uns der Sponsor Gothaer Versicherungen mit Nudeln, Kaffee, Cola. Zum Gruppenfoto mit dem Oberbürgermeister Weber von Würzburg soll ich mich mit Andreas vor die Gruppe setzen. Ich bin nicht mehr der fischeste und bitte darum, dass mir der Oberbürgermeister beim Aufstehen hilft, was er auch tut. Psychisch ist wprzburg für mich ein Problem. Der herzliche Empfang und die Tatsache, dass wir über 700 km geschafft haben, hat das Gefühl vermittelt, der Rest ist nicht mehr so schlimm. Aber es sind noch über 350 km. Diese Erkenntnis erschreckt mich.

Bis Ansbach sei alles flach, ein paar Wellen. Das sagen die Kollegen jetzt ironisch bei jeder Steigung. Noch ist es hell. Vorbereitung auf die zweite Nacht in Ansbach.

Es sind einige unheimlich sympathische junge Mitfahrer bei der Gruppe, teilweise leistungsmäßig unterfordert aber freundlich und hilfsbereit. Udo, wie ich aus Bonn stammend, der 1999 das RACE ACROSS AMERICA in 11 Tagen geschafft hat oder 3-fach-Triathlons. Ich bewundere seine Leistung, weiß ich doch was das bedeutet. Dabei ist er freundlich und bescheiden geblieben. wir haben sogar schon gemeinsam den Bonn-Triathlon bestritten, damals ohne Kenntnis voneinander und er natürlich weit vor mir. Auch Michael ist so ein netter Kerl. In Schleswig-Holstein, als die Gruppe nach Kurven, Kreuzungen oft auseinander riss, fuhr er an mir vorbei und rief: Häng dich in meinen Windschatten, ich fahr das Loch jetzt zu. Auch Jacek hat ein schönes breites Kreuz, dass er mir einige Male bot.
Rolli ist ein lustiger Typ, wenn er lacht bekommen seine Ohren Besuch. Eine Unterhaltung während der Fahrt mit solch netten Mitfahrern motiviert.

“Wo wollen sie denn hin”, fragt der Polizist im Streifenwagen, der nachts um 1 Uhr einige radler suchend an einer Kreuzung vor Donauwörth antrifft. Günter steht am nächsten. “Wir kommen von Flensburg und wollen nach Garmisch”. Der Gesichtsausdruck des Polizisten zeigt, dass er sich verarscht fühlt. Wir ziehen Günter zurück, wolfgang Weiss vermittelt. Die Polizisten erklären etwas und verschwinden wieder. wie wir später erfahren, führte ihre Empfehlung geradenwegs auf die für Radfahrer gesperrte Bundesstraße Richtung Augsburg. Unsere roadmanager fahren mit uns Nebenstrecken und Dörfer. Wir verfahren uns, müssen umkehren, Umleitungen erschweren die Routenfindung. Mehrmals müssen wir warten, suchend.

Die Zeit verrinnt, nach Fragen bei Einheimischen, die nachts auch nicht sehr zahlreich anzutreffen sind, finden wir aus den Umleitungen heraus, und fahren zur nächsten Verpflegungsstelle.

Ich bekomme zunehmend Probleme mit den Händen und Schultern. Mit der linken Hand kann ich nicht richtig fassen wegen der Verbrennungen und eines zu strammen Verbandes. Rechte Hand und Schulter sind nach 500 km in dieser Überlastung total verspannt und schmerzen. Ich habe meinen Triathlon-Aufsatz nicht montiert, es war nicht erwünscht. Jetzt könnte ich ihn gut gebrauchen.

Die Großstädte kennen viele Schnellstraßen und Stadtautobahnen, die wir nicht benutzen dürfen. die Nerven liegen in den letzten Stunden blank. Matthias versteht einen Spass nicht mehr und motzt mich an. Einige moseren!

Ich kneife mich in die Backe um nicht einzuschlafen. Aber  ich weiß jetzt, dass ich es nach Garmisch schaffe, das macht mich glücklich, noch 85 km bis Garmisch. Die schmerzen muss ich aushalten.

Andre, ein Super-Radfahrer, hat keine Lust mehr, er ist auch unterfordert. Aber ist nett und meckert nicht. Dieter schwankt jetzt emotional sehr star,. Zwischen “so ein Scheiß, ich hab keine Lust mehr” und motivierend “Auf Jungs, ich bring euch nach Garmisch” auf wenigen Kilometern.
Noch eine kleine Pause in Schongau, Matthias und günter fahren weiter!!!
Bei den folgenden Steigungen fahre ich hinten, Dieter kommt vorbei und fragt wie es mir geht. Ich sage ihm, dass ich happy bin, wei ich weiß, dass ich ankomme. Auch Frank ist in unserer Nähe, etwas vor und Dr. Kranz, Karl-Heinz, Rolli. Die tollen Jungs vom Radsportclub Garmisch-Partenkirchen erwarten uns mit Autos hinter Schongau und begleiten uns. Einer fährt am Berg neben mir und bietet mir an, mich am Auto festzuhalten. Er meint es gut aber ich lehne dankend ab. Ich würde mich vor mir selber schämen, mich vom Auto ziehen zu lassen.

Vor Unterammergau sammelt sich noch einmal die Gruppe bis auf Matthias, der mit Günter vorgefahren ist. Wir wollten doch gemeinsam in Garmisch ankommen?
Wir werden über die letzten 20 km instruiert und rollen gemeinsam nach Garmisch. Ich freue mich. Schmerzhaft wird für mich noch einmal die Abfahrt von Oberammergau nach Garmisch, ca 4 km in Serpentinen. Ich kann kaum noch bremsen, die Abfahrt ist schmierig. Dann ist es geschafft.

Matthias Begleiter stellen mir ihr Handy zur Verfügung. Zuallererst rufe ich meine Frau an! Sie freut sich mit mir. Ich freue mich wie ein Kind und bin doch schon 57 Jahre alt.

Es gibt Müsli, Brötchen, Käse, Kaffee, Kakao, Marmelade, Orangensaft, Milch, Honig. Ein Frühstücksparadies haben uns die Radsportfreunde aus Garmisch-Partenkirchen vorbereitet.

Duschen, etwas schlafen. Am Abend setzen die Radsportler aus GAP noch einen drauf mit ihrer Gastfreundschaft. Abendessen, der Bürgermeister ist auch da und jodelt für uns!

Erlebnisbericht 2005:

Von Walter Blättler dem Schweizer Teilnehmer:

Eine sehr intensive Zeit liegt jetzt zum Teil hinter und zum Teil vor mir.

Nach dem Trainingslager in Italien habe ich mir eine Woche Zeit genommen die Erkältung auszukurieren. Das ist mir sehr gut gelungen und was mich noch mehr gefreut hat ist die Tatsache dass ich meine Form dabei nicht verloren hatte. Danach folgten lange Ausfahrten, auch bei Nacht damit ich das fahren mit Licht austesten konnte. Auch ist es nicht so einfach mit dem Tempogefühl weil man den Tacho nicht ablesen und die Distanzen nicht richtig einordnen kann.

 Mit großer Zuversicht starteten dann Daniela und ich zur Operation

Race Across Germany 05.

Mit dem Zug erreichten wir 24 Stunden vor dem Start Flensburg. Flensburg ist eine super schöne Stadt und ähnelt Luzern. Am Abend trafen wir uns dann mit den Organisatoren, den Teammitgliedern und allen 19 Fahrern. Dinge wie; Strecke, Fahrweise, Pinkelpausen und Verpflegungsstellen wurden erklärt und Diskutiert. Daniela musste sich bei der Verpflegung einteilen lassen und hatte einen harten Job gefasst. Mit Hans-Jürgen und Duschan stellte sie jeweils und das über 50 Stunden, ohne Schlaf, äußerst Vorbildlich die Verpflegungsstände auf.

Wir, das heißt 20 Fahrer und ein Damenteam das sich ständig abwechselte, Starteten leicht verspätet am Freitag, den 08.07. um 11.20 Uhr in Flensburg. Die Fahrt führte mit Sonnenschein und leichtem Rückenschub über Bad Segeberg, Lüneburg nach Gifthorn. Hier war der erste längere Stopp geplant und wir bereiteten uns für die erste Nachtfahrt vor. Mit einer gleichmäßigen fahrt und einsetzendem Regen erreichten wir über Seesen, Bad Soden gegen Mittag Bad Hersfeld. Die Hälfte der Strecke von 1100 Kilometer war schon geschafft. Ich habe mich außer bei dem ersten kleinen Hügel im Morgengrauen rausgehalten und Kraft gespart. Nach einer reichhaltigen Verpflegung und Kleiderwechsel ging es mit der Gewissheit weiter dass wir laut Plan schon drei Stunden hintenliegen. Den ganzen Morgen fuhren wir im dichten Neben danach kam die Sonne und es wurde bis zu 28 Grad warm. Über Bad Brückenau, Würzburg, Ansbach erreichten wir das Schloss Dennelohe. Dort wollten wir das Nachtessen vor der zweiten Nacht einnehmen aber durch den Rückstand in der Marschtabelle wurde es dann fast zum Frühstück. Die Nacht war Sternenklar und kalt. Alle Kleiderschichten die ich dabei hatte musste ich überziehen. Leider waren auch schon drei Aussteiger zu Beklagen. Bis zum Schluss sollte aber nur noch einer Folgen. Zwischen Augsburg und Schongau brach dann der zweite Morgen an und ab da wurde die Fahrt doch noch hart. Immer stärker werdender Regen, Kälte und der Aufstieg nach Oberammergau zehrte an den Kräften einzelner Athleten. Ich persönlich konnte noch Kräfte frei machen und erreichte als erster den Passübergang nach Garmisch.

 Nach Nettofahrzeit von 41 Stunden und acht Minuten und 1117 gefahrenen Kilometer erreichten wir geschlossen das Gelände des Biker-Festivals in Garmisch-Partenkirchen.

 Wir haben in dieser kurzen und intensiven Zeit ein wunderschönes Land und überaus nette Menschen getroffen und Kennen gelernt. Wir haben neue Freunde gewonnen und einige Vorurteile abgebaut.

Für mich war es im Hinblick auf das RAAM 07 ein aufschlussreicher Test der mir sehr gelungen ist und für meine nahen und fernen Sportlichen Ziele viel gebracht hat.

Kurz vor der Abreise haben mich noch einige Sponsoren mit Geldbeträgen und Gutschriften eingedeckt. Diesen Firmen und Privatpersonen ein herzliches Dankeschön.

Nach einer kurzen Regenerationphase  kommt jetzt der Feinschliff für das 24 Stundenrennen von Schötz. Es findet Samstag/Sonntag den 06./07. August ab 16.00 Uhr statt. Es würde mich freuen zahlreiche Fans an der Strecke zu sehen. Mein Ziel ist es zu gewinnen und meinen Titel aus dem Jahr 2003 zu verteidigen. Aber das Rennen ist lang, die Konkurrenz stark und es kann immer etwas schief gehen. Aber ich werde alles geben, für meine Crew und meine Fans.

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Ihr persönlicher Ansprechpartner
Subdirektion Klaus Wirth
Bahnhofstr. 1
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